Bodenbildung vor dem Abschluss – Platin ausgebombt

Die Edelmetalle tendierten in dieser Woche eher trendlos im Umfeld eines stärkeren US Dollars und eines schwächeren Euros. Die US Notenbank hielt die Zinsen unverändert, wobei sie den Wirtschaftsausblick anhob. Dies erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die Notenbanker wie geplant noch zweimal in diesem Jahr den Leitzins anheben werden und weiterhin Wort halten werden. Da die Geldpolitik in Europa bis mindestens Mitte 2019 locker bleiben wird, war der Einbruch des Euros um fast zwei US-Cent auf 1,156$ seit Mittwoch nicht verwunderlich. Die Unterstützung bei 1,155$ ist eine wichtige Marke für den Euro. Bricht diese, so drohen starke spekulative Abverkäufe, die den Euro schnell auf 1,08$ oder tiefer fallen lassen können. In diesem Fall werden die Schafe unter den Fondsmanagern, die trendfolgend auf eine Fortsetzung des Euroanstiegs wetteten, geschlachtet werden. Bricht Panik aus, wäre auch die Parität zum US Dollar nicht auszuschließen. Die Preise der Edelmetalle in Euro würden dann höchstwahrscheinlich auch entsprechend deutlich ansteigen.

Die Edelmetalle scheinen aktuell einen Boden auszubilden und ein neuer mehrwöchiger zyklischer Anstieg scheint kurz bevorzustehen. Platin steht kurz davor eine sogenannte „Schulter-Kopf-Schulter Formation“ abzuschließen, wobei die anderen Edelmetalle einen doppelten Boden in den Chart gezogen haben, was die Basis für einen nun mehrwöchigen Anstieg liefern könnte.

Der Bundestag hat in dieser Woche beschlossen einen neuen Kredit in Höhe von 15 Mrd. Euro an Griechenland auszuzahlen, dessen Rückzahlung der deutsche Steuerzahler wohl nie erleben wird. Weiterhin haben die Berliner Sozialisten „selbstlos“ beschlossen auf Tilgung und Zinsen von Griechenland in Höhe von mindestens 40 Mrd. Euro zu verzichten. Dieses Kreditgeschenk ist das Geld der deutschen Steuerzahler, dass durch die Regierung veruntreut wird, ebenso wie zwei bis drei Billionen Euro an künftigen Steuergeldern, die über ESM, Target 2, bilaterale Kredite und das QE Programm der EZB bereits umverteilt wurden und größtenteils uneinbringbar sein werden. Sollte das Geld jemals zurückfließen, dann wird dies nur nach einer Abwertung des Euros nominal geschehen. Davor wird man die Kaufkraft der europäischen Gemeinschaftswährung jedoch zerstören, was letztlich ebenso auf den totalen Verlust der vergebenen Kredite hinausläuft. Gegen diese Umverteilung von Ersparnissen und Vermögenswerten, was letztlich immer versteckt über Inflation erfolgt, kann man sich nur über die Flucht in Edelmetalle schützen.

Goldnachfrage fiel im zweiten Quartal um 4%

Das World Gold Council hat seinen neuen Quartalsbericht herausgebracht und wir zeigen Ihnen kurz kommentiert die relevantesten Veränderungen am physischen Goldmarkt im zweiten Quartal 2018. Die Goldnachfrage blieb auch im zweiten Quartal des Jahres schwach und fiel auf 964,3 Tonnen. Im ersten Halbjahr wurden somit 1959,9 Tonnen nachgefragt, was das schwächste Halbjahr seit 2009 darstellt.

Die Goldnachfrage ist aktuell so niedrig wie zuletzt in 2009

Die Nachfrage nach Münzen und Barren war mit 247,6 Tonnen nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahresquartal. Normalerweise führt ein fallender Goldpreis zu stärkerer Investmentnachfrage, da Investoren die günstigen Preise für Käufe nutzen. Obwohl der Preis im zweiten Quartal um 5,5% fiel, kam es jedoch zu keiner erhöhten Nachfrage, was das aktuelle Desinteresse am sicheren Hafen Gold wiederspiegelt. Spekulanten und Investoren tummeln sich hingegen in den haussierenden Aktienmärkten. Stärkere Nachfrage nach Münzen und Barren kam jedoch aus China, die dort um 11% auf 69,5 Tonnen anstieg. Ein Rückgang beim Yuan und ein schwächerer Aktienmarkt waren womöglich die Ursache für die stärkere Goldnachfrage. In Indien fiel die Nachfrage hingegen zum Vorjahresquartal um 5% auf 39,3 Tonnen und auch die Nachfrage aus der Türkei fiel um 11% im Vergleich zum ersten Quartal 2018, trotz eines rekordhohen Preises in türkischer Lira aufgrund der katastrophalen Wirtschafts- und Geldpolitik Erdogans. Im Iran stieg die Nachfrage nach Münzen und Barren dafür um 200% zum Vorjahresquartal an. Hier ist seit Anfang 2016 ein stetiger Anstieg der physischen Nachfrage zu verzeichnen, was auf die zunehmende Bedrohung durch Israel zurückzuführen ist. Die europäische Nachfrage sank ebenfalls um 15% zum Vorjahresquartal auf 33,5 Tonnen, wobei die deutsche Nachfrage, die den Großteil der europäischen Nachfrage ausmacht, nur um 9% fiel.

Die Nachfrage nach Münzen und Barren blieb nahezu unverändert

Die goldgedeckten, an der Börse handelbaren, ETFs sahen im zweiten Quartal Zuflüsse in Höhe von 33,8 Tonnen, was deutlich weniger ist als die 62,5 Tonnen des Vorjahresquartals. Diametral gegensätzlich zum Vorquartal sahen diesmal insbesondere die europäischen ETFs Zuflüsse, während die amerikanischen ETFs Abflüsse verzeichneten. Der starke Aktienmarkt und die vermeintlich rosigen Wirtschaftsaussichten, die medial verbreiten werden, verstärken den Risikoappetit von Investoren, die deshalb den sicheren Hafen Gold aktuell meiden und lieber weiter am Aktienmarkt aktiv sind.

Die Zuflüsse in die ETFs halbierten sich im Vergleich zum Vorjahresquartal

Die Zentralbanken haben im zweiten Quartal 7% weniger Gold akkumuliert als im Vorjahresquartal, doch 8% mehr als im ersten Quartal 2018. Die Nettokäufer unter den Zentralbanken sind weiterhin hauptsächlich Russland (+53,2t), Kasachstan (+11,6t) und die Türkei (+8,3t). Der Einbruch der türkischen Währung dürfte ein Grund sein, warum die türkische Zentralbank im zweiten Quartal nur 8,3 Tonnen kaufte, während es im Vorquartal noch 38,1 Tonnen waren. Offiziell gibt es nur wenige Notenbanken, die ihre Bestände reduzieren. Im zweiten Quartal verkauften nur die Notenbanken von Australien (-4,1t), Katar, Deutschland (-3,8t), Sri Lanka, (-2,4t) und der Ukraine (-1,2t). Insgesamt dürften sich die Nettokäufe der Zentralbanken in den kommenden Jahren fortsetzen.

Die Nettokäufe der Notenbanken nahmen 8% zum Vorquartal zu

Das Goldangebot stieg um 3% zum Vorjahresquartal auf 1.120 Tonnen, während es im zweiten Quartal 2017 nur 1.086 Tonnen waren. Die Minenproduktion stieg deutlich zum Vorquartal um 24 Tonnen auf 835,5 Tonnen. Auch das Angebot aus recyceltem Gold stieg zum Vorjahr um 4% auf 297,7 Tonnen an. Die russische Minenproduktion stieg um 16% zum Vorjahr und aus Kanada kamen sogar 21% mehr Gold als im Vorjahr. China, der weltgrößte Produzent, verzeichnet hingegen aufgrund von politischen Umweltreformen einen Rückgang der Produktion um 5% zum Vorjahr. Die Minen in Südafrika produzieren auch in diesem Jahr wieder weniger mit einem Minus von 5% zum Vorjahr. Insgesamt erwartet die Minenindustrie eine weitere Expansion der Produktion in diesem Jahr.

Das Goldangebot stieg um 3% zum Vorjahresquartal

Platin – das günstigste Edelmetall sollte man jetzt haben

Smarte Anleger, die langfristig am Edelmetallmarkt investieren, haben immer die Ratios der vier Edelmetalle Gold, Silber, Platin und Palladium im Blick. Die Preise der Edelmetalle schwanken zueinander über die Jahre teilweise stark. Die Geschichte zeigt, dass die Verhältnisse zueinander immer wieder zu ihrem Mittelwert zurückkehren oder gar wie ein Pendel auf die Gegenseite ausschlagen.

Aus diesem Umstand kann man mit sehr geringem Risiko sehr hohe Renditen erwirtschaften, indem man die relativ günstigen Edelmetalle in einem Edelmetalldepot übergewichtet und die relativ teuren Edelmetalle untergewichtet. Hält man beispielsweise eine feste Gewichtung in einem Edelmetalldepot, so wird sich auf lange Sicht die Rendite entsprechend der Preissteigerung der Edelmetalle entwickeln. Verringert man jedoch immer dann, wenn ein Edelmetall relativ teuer ist, dessen Anteil im Depot zugunsten eines Edelmetalls, das historisch relativ günstig ist, so lässt sich über 30 Jahre eine zusätzliche Rendite von mehreren Hundert Prozent erreichen.
Heute wollen wir einen Blick auf das Edelmetall Platin werfen, das aktuell sowohl zum Gold, und zum Silber sowie zum Palladium relativ günstig ist. Das Platin/Gold Ratio ist sogar auf dem niedrigsten Stand seit 47 Jahren, was bedeutet, dass Platin im Vergleich zum Gold seit fast einem halben Jahrhundert nicht mehr so günstig war. Auch das Platin/Silber Ratio ist mit einem Verhältnis von 53 historisch günstig und das Platin/Palladium Ratio hat mit 0,91 fast schon das historische Extremniveau der Jahrtausendwende wieder erreicht.

Daher scheint es für den strategischen Investor, der auf Sicht von zehn oder mehr Jahren investiert, klug zu sein, die Platinbestände relativ zu den Beständen an anderen Edelmetallen zu erhöhen. Die Spekulation dabei ist, dass Platin wieder zu seinem langfristigen Mittelwert zurückkehren und der Preis in den nächsten zehn Jahren relativ stärker ansteigen wird.

Platin zum Gold ist so günstig wie seit 47 Jahren nicht mehr
Platin ist auch günstig im Verhältnis zum Silberpreis
Platin hat ein historisches Tief zum Palladium fast wieder erreicht

TECHNISCHE ANALYSE – Platin historisch einmalig ausgebombt

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten, Daten für Platin sind im extrem bullischen Bereich. Die Produzenten hielten noch nie eine so große Netto-Longposition, was mittelfristig extrem bullisch ist. Die Produzenten kaufen aktuell ihre eigene Produktion auf dem Terminmarkt zurück, da die Preise so günstig sind. Die Bereinigung in der Amplitude ist ebenfalls historisch einmalig und zeigt, dass jeder Trendfolger im Platin längst auf einen weiterhin fallenden Preis gesetzt hat. Ein Short Sqeeze mit einem deutlichen schnellen Anstieg kann jetzt jederzeit starten. Über 900$ kommt es dann zu massiven Eindeckungen bei den Bären. Platin kann jedoch erst durchstarten, wenn Gold und Silber wieder ansteigen. Platin war seitens des CoT-Reports noch nie so deutlich im Kaufbereich - Vergleichbares haben wir in all den Jahren nicht gesehen. Die Chance für einen Anstieg auf Sicht der kommenden ein bis zwei Monate ist sehr hoch, während die Gefahr eines Preisrückgangs sehr gering ist.

Der Terminmarkt für Platin ist super und deutlich im bullischen Bereich
Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Positionierung im grünen bullischen Bereich befindet und noch nie so gut war

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 27 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

 

Chartanalyse zu Platin in US-Dollar

Platin handelte anderthalb Jahre in einer relativ engen Handelsspanne zwischen 900$ auf der Unterseite und 1.020$ auf der Oberseite, deren Hoch und Tiefs wir perfekt für unser Trading genutzt haben. Diesmal wurde jedoch die Unterstützung bei 900$ gebrochen und es ging in einem Abverkauf auf 800$ runter. Wir waren uns auch diesmal der veränderten Situation bewusst und warnten davor, bei 900$ schon zu früh auf die Longseite zu wechseln.

Jetzt bei 800$ zeigt sich die stärkste bärische Spekulation, die sich je am Terminmarkt für Platin zeigte und den Bären gelingt es natürlich nicht den Preis noch weiter nach unten zu drücken. Ein Short-Squeeze steht unmittelbar bevor, der den Preis schnell wieder auf 900$ anheben wird. Zeigt sich dort dann weiterhin relative Stärke und können auch Gold und Silber noch etwas ansteigen, so ist gar ein Anstieg im Platin bis auf 1.000$ je Feinunze wieder möglich. Kurzfristig sind wir sehr optimistisch für einen Anstieg. Mittelfristig bis Jahresende könnten ein stärkerer US Dollar sowie eine nachlassende Wirtschaftstätigkeit den Platinpreis unter Druck setzen. Auf Sicht der kommenden Jahre sind wir hingegen langfristig wider sehr optimistisch gestimmt.

Platin hat bei 800$ ein unglaublich gutes Setup

Chartanalyse zu Platin in Euro

In Euro befindet sich Platin noch immer in einem langfristigen Abwärtstrend. Dieser könnte jedoch in dem nächsten Anstieg in Bälde nun überwunden werden. Da wir einen weiterhin schwächeren Euro bis Jahresende erwarten, hat insbesondere Platin in Euro gute Chancen auf einen Preisanstieg. Über 730€ gibt es das erste kleine prozyklische Kaufsignal, wobei sich bei 750€ schon ein dreifacher Widerstand aus ehemaliger Unterstützung, Abwärtstrend und 200-Tagelinie zeigt. Kann Platin über diese Widerstände ansteigen, was gut möglich ist, wäre charttechnisch der Weg nach oben bis 840€ frei in den kommenden Wochen und Monaten. 

In Euro ist der Abwärtstrend beim Platin noch intakt