Chinas Notenbank pumpt 174 Mrd. $ in den Markt - Analyse zu Platin

Seit zwei Wochen hat der Coronavirus die Märkte fest im Griff. Während es vor einer Woche noch 2.799 bestätigte Infektionen waren, sind es eine Woche später mittlerweile 17.318, was einer Verfünffachung entspricht. Erst 487 Menschen haben den Virus auskuriert und es gibt offiziell bereits 362 Tote, was jetzt bereits mehr als bei dem Sars-Ausbruch von 2002 ist. Darüber hinaus konnte der Virus auf 28 Länder überspringen und es stellt sich die Frage, ob dieser Ausbruch noch eingedämmt werden kann. Die Quarantänemaßnahmen für die eingeschleppten Fälle nach Europa scheinen aktuell ausreichend zu sein und auch die drastischen Maßnahmen in China scheinen zu wirken. Mehr als 50 Millionen Menschen stehen dort unter Quarantäne und dürfen die Häuser nicht mehr verlassen, während potenziell Infizierte isoliert und eingesperrt werden. Die Märkte sind verunsichert, denn eine Pandemie stellt eine große Gefahr für die weltweite Konjunktur dar.

Die Zahl der Neuinfektionen verfünffachte sich binnen einer Woche

Nun gibt es Hoffnung im Kampf gegen das Virus, denn Ärzten in Thailand gelang es die Infektion mit einer einfachen Kombination aus antiviralen HIV-Medikamenten und einem Cocktail aus Grippemitteln binnen 48 Stunden nach Behandlungsbeginn zu besiegen, sodass dieser nicht mehr nachweisbar war. Dies gelang mit einer Kombination aus dem Grippe-Medikament Oseltamivir und den zur Behandlung von HIV eingesetzten antiviralen Wirkstoffen Lopinavir und Ritonavir.

Bereits am Wochenende wurde bekannt, dass eine Genanalyse des Virus an einer indischen Universität vier genetische Einschübe des HI-Virus zeigte, was es noch nie bei einem anderen Coronavirus gab. Sollte sich diese Analyse bestätigen, dann würde sich der Verdacht des künstlichen, menschengemachten Ursprungs des Virus deutlich erhärten. Dies würde auch erklären, warum dieser Virus plötzlich auf HIV-Medikamente reagiert und in Thailand erfolgreich bekämpft werden konnte. Die Nachrichtenseite Zerohedge wurde für die Veröffentlichung dieser Meldung überraschend am Wochenende auf Twitter gesperrt, womit die Zensur im Internet eine neue Stufe erreicht hat.  

Die Chinesen setzen unterdessen aktuell noch auf ein völlig anderes Medikament des amerikanischen Herstellers „Gilead Sciences Inc.“, das noch nicht marktreif ist. Remdesivir ist ein neues antivirales Medikament zur Behandlung von Infektionen von Ebola oder SARS, das nun auf dem Ground Zero in Wuhan getestet werden soll. Gileads experimentelles Medikament ist noch in der Testphase, doch die Aktie des Herstellers war auf diese Meldung hin kurzzeitig von 64$ auf 77$ nach oben geschossen. Der Erfolg bei der Behandlung des Virus in Thailand mit gängigen Medikamenten weckt Hoffnungen, dass eine Pandemie noch einmal abgewendet werden kann, auch wenn die Zahlen der Neuinfektionen aktuell noch besorgniserregend sind.

Quelle: zerohedge – Hier zeigen sich die genetischen Einschübe des HI-Virus in den Coronavirus

Die Aktienmärkte stehen unvermindert unter Druck, denn eine weltweite Pandemie hätte das Potenzial die verschiedenen Blasen an den Märkten anzustechen und sofort eine globale Rezession auszulösen. In China brach der Aktienmarkt bereits um 12% ein und löschte dabei den gesamten Kursanstieg der vergangenen zwölf Monate aus. Der Kupfer- und der Rohölpreis sind Konjunkturindikatoren, die seit anderthalb Wochen nur noch fallen. Die chinesische Notenbank (PBoC) reagierte auf diese Krise mit einem massiven QE-Programm in Höhe von 1,2 Billionen Yuan (174 Mrd. US-Dollar) über den Repomarkt, wodurch die Zinsen zusätzlich gedrückt und die Anleihenkurse gestützt werden, wobei letztere zuletzt ohnehin als sicherer Hafen gesucht wurden. Zusätzlich will die PBoC die Kreditzinsen für Unternehmen senken, um die Kreditvergabe in der Krise zu erleichtern. Die Geldspritze der PBoC ist die größte seit 2004 und soll die Sorgen einer Abkühlung der Weltwirtschaft durch den Coronavirus zerstreuen. Damit reagiert die chinesische Notenbank ebenso wie die US-Notenbank FED, die mittlerweile über 400 Mrd. Dollar in den Repomarkt gepumpt hat, um einen Anstieg der Zinsen zu verhindern.

Der Goldpreis in chinesischen Yuan befindet sich auf dem Weg zu neuen Allzeithochs, während die chinesische Währung sich wieder auf Talfahrt befindet

Auch die westlichen Notenbanken werden als Ultima Ratio mit weiteren massiven quantitativen Lockerungen reagieren, sollte die Weltwirtschaft durch die Viruskrise unter Druck geraten, was letztlich zu einer Stagflation führen wird, ähnlich den siebziger Jahren. Damals schob man die Schuld an den explosionsartig gestiegenen Preisen auf die Ölkrise, die jedoch nur ein Sündenbock für die platzende Dollarblase war. So könnte heute der Virus der Sündenbock für eine Rezession und massiv steigende Preise sein, wobei die vorherigen und laufenden QE-Programme der Notenbanken, sowie die massive Verschuldung von Staaten und Wirtschaft zu künstlich niedrigen Zinsen, die wahre Ursache der Krise und der steigenden Preise sind.

Damit wäre der Coronavirus ein zusätzlicher Katalysator für eine neue Rallye am Gold- und Silbermarkt, während die Industriemetalle im Umfeld einer schwächeren Konjunktur leiden und zumindest real im Preis fallen dürften. Ob es jetzt zu einer Pandemie kommen mag oder nicht, nach dem längsten Konjunkturaufschwung und der längsten Aktienhausse in der Geschichte, gibt es am Anleihen- und Aktienmarkt mehr Risiken als Chancen, zumindest inflationsbereinigt. Der Coronavirus ist ein zusätzlicher Risikofaktor, der nun noch hinzugekommen ist, weshalb es aktuell wichtiger denn je zu sein scheint, einen guten Teil der Ersparnisse in Gold und Silber zu allozieren.

Rohöl und Kupfer brechen seit einer Woche ein, während sich Gold und Bitcoin stark zeigen

Analyse zu Platin: Coronavirus könnte den Preis kurzfristig zusätzlich unter Druck bringen

Terminmarkt: Die Lemminge kaufen weiter, doch die Hoffnung stirbt in einem Long-Drop

Die Spekulanten haben 804 Tsd. Kontrakte netto auf der Longseite abgebaut, wobei der Preis um 12,5 Dollar fiel, was relative Schwäche zur Vorwoche zeigt. Im Chart ist dieser Positionsrückgang gar nicht zu erkennen, der Preisrückgang hingegen schon. Meine mantraartig wiederholte Prognose einer neuerlichen kurzfristigen Korrektur dürfte sich daher langsam erfüllen. Platin fiel mittlerweile auf 960$ und wir halten, wie angekündigt, eine große kurzfristige Shortposition.

Der gesamte letzte Preisanstieg auf 1.000$ wurde allein durch Spekulanten getrieben. Dies ist das Gegenteil von dem, was wir am Gold- oder Palladiummarkt beobachten können. Mittlerweile sind es 38 Tsd. Kontrakte mehr als beim letzten Mal, als die 1.000$ angelaufen wurden. Bei diesen Daten dürfte sich Platin auf Sicht der nächsten Monate weiterhin schwach zeigen, da das Überangebot weiterhin Bestand haben dürfte. Ein massiver Long-Drop steht bevor, der den Preis schnell nach unten reißen könnte, weshalb man an Shortpositionen festhalten sollte. Der Coronavirus könnte sich weltweit auf den Verkehr und auf die Neuwagenverkäufe auswirken, was den Platinpreis zusätzlich unter Druck bringen kann.

Die Spekulanten hatten ihre Netto-Longposition verdoppelt, doch konnten sie den Preis nicht weit über 1.000$ treiben
Die einfache Darstellung zeigt an der roten Färbung, dass die Spekulanten eine historisch hohe Netto-Longposition halten

Positiv ist, dass die langfristige Unterstützung bei 780$ in den vergangenen Jahren gehalten hat und Ende 2018 auch der langfristige Abwärtstrend überwunden wurde, was ein langfristiges charttechnisches Kaufsignal auf Sicht einer Dekade erzeugt hat. Trotz diesem langfristigen Kaufsignal muss der Platinpreis jedoch nicht sofort durch die Decke gehen. Der primäre Grund dafür ist das aktuell immer noch vorherrschende Überangebot am Platinmarkt, das im vergangenen Jahr nur durch eine explosionsartig gestiegene Investmentnachfrage kompensiert wurde. Ob diese Nachfrage das Angebot auch in diesem Jahr kompensieren kann, ist fraglich, da es aktuell sehr viele Unsicherheitsfaktoren gibt.

Einerseits könnte eine Rezession die Nachfrage einbrechen lassen und das Überangebot noch verstärken, was den Preis noch weiter drücken würde. Andererseits hat das Coronavirus nicht nur das Potenzial die Nachfrage einbrechen zu lassen, sondern auch das Angebot zu verringern, wodurch es zu einem Engpass kommen könnte. Weiterhin würden die Notenbanken auf eine Pandemie mit starken QE-Programmen reagieren, was womöglich die Investmentnachfrage nach Platin als sicheren Hafen vor starker Inflation unerwartet in die Höhe schnellen lassen könnte und der Preis somit durch die Decke gehen kann. Man sollte sich daher besser langfristig orientieren und dabei das Platin/Palladium-Ratio betrachten, sowie das Ratio von Platin zu Gold und Silber. Diese zeigen, dass Platin historisch günstig zu allen drei Edelmetallen und langfristig ein klarer spekulativer Kauf mit einem hohen Chance/Risiko-Verhältnis ist, weshalb man Platin zu 10% einem gut diversifizierten Edelmetalldepot beimischen sollte. Das aktuell historisch teure Palladium würden wir in einem langfristig ausgelegtem Edelmetalldepot hingegen eher untergewichten.

Der Platinpreis konnte aus dem langfristigen Abwärtstrend ausbrechen, was langfristig sehr bullisch ist
Platin ist aktuell historisch günstig zu Palladium und zu allen anderen Edelmetallen

Der Tageschart für Platin zeigt ein anderes Bild als der langfristige Wochenchart. Langfristig gibt es ein sehr gutes Chance/Risiko-Verhältnis für steigende Preise, doch kurzfristig scheint die Gefahr eines nochmaligen Rücksetzer groß zu sein. Wir konnten in den vergangenen Wochen und Monaten verfolgen, wie sich die spekulativen Käufe am Terminmarkt verdoppelten, ohne dass der Preis davon nachhaltig profitieren und über den Widerstand bei 1.000$ ansteigen konnte.

Die Spekulanten hatten gehofft, der Platinpreis würde wie der Gold- und der Palladiumpreis ebenso stark ansteigen, doch der Flugversuch scheiterte und droht nun in einer Bruchlandung zu enden. Allein der Abbau der neu hinzugefügten 38 Tsd. Kontrakte kann den Preis wieder zurück auf 965$ führen. Kommt es zur vollständigen Bereinigung und gar zu einer kurzfristigen Verkaufspanik, so wären sogar tiefere Notierungen kurzfristig möglich. Fällt die letzte Unterstützung bei 965$, so öffnet sich eine Falltür, durch die der Preis bis auf 860$ fallen dürfte.

Ein Long-Drop bei Platin steht bevor, der den Preis auf 860$ zurückführen könnte

Der kurzfristige Chart zeigt noch einmal deutlich den Fehlausbruch der vergangenen Wochen. Spekulanten hatten hier massiv auf einen Ausbruch gewettet. Fällt der Preis nun unter die Unterstützung bei 960$, so werden diese Bullen ihre Positionen wieder verkaufen müssen und es kommt zum Long Drop!

Sollte Gold gar wieder unter die 1.550$ zurückkehren, so wäre dieses Szenario extrem wahrscheinlich. Selbst wenn der Goldpreis über 1.550$ bleibt, ist das Szenario realistisch und der Coronavirus bleibt ein Faktor, der den Platinpreis kurzfristig zusätzlich weiter Drücken dürfte. Ein kurzfristiger Short auf Platin hat weiterhin gute Chancen. Das sind die Trades, die wir suchen und bei denen wir einen guten Teil der Jahresperformance mit extrem hohen CRV reinholen können. Langfristig sind und bleiben wir hingegen sehr bullisch und erwarten einen explodierenden Platinpreis, weshalb man den nun möglichen Abverkauf nutzen sollte, um günstig noch einmal in Platin auf langfristige Sicht zu investieren!

Der Fehlausbruch wurde von massiven spekulativen Käufen begleitet
Die Spekulanten (Lemminge) kauften alle Platin am Widerstand und könnten sich nun gegenseitig die Klippe hinunterstoßen

LUSTIGES UND MEMES