Kriegsgefahr - Goldpreis auf 6-Jahreshoch über Widerstand

Der Goldpreis stieg Ende vergangener Woche mit 1.411$ auf den höchsten Stand seit sechs Jahren. Nachdem es Mittwochabend deutliche Hinweise auf eine Zinssenkung im Juli gab, stieg der Goldpreis bis an den langfristigen Widerstand an. Später in der Nacht, konnte sich die Nachfrage im asiatischen Handel ohne lästige Manipulation entfalten und alle Widerstände wurden gebrochen, wobei der Goldpreis binnen 70 Minuten um 45$ anstieg.

Gold steigt seit 1977 unter dem Strich ausschließlich im asiatischen Handel an

Einen Tag später gab es wieder im asiatischen Handel in der Nacht einen zweiten Impuls bis 1.411$. Seither hält sich der Preis so stark, dass es bis dato noch keinen Rücksetzer auf das Ausbruchsniveau gab. Was einst der langjährige Widerstand bei 1.350$ war, ist nun eine Unterstützung, bei der sich die Bären die Wunden lecken und zu Bullen mutieren dürften.

Gold brach nach oben aus einer langfristigen Bodenformation aus

Verkäufe in Europa und den USA beim Gold und starke Käufe in Asien sind das typische Bild seit 1977 am Goldmarkt. Seit damals wird der Goldpreis im europäischen und US-Handel gedrückt, während dieser in der Regel ausschließlich im asiatischen Handel in Impulsen anstieg. Unsere statistischen Auswertungen seit Anfang der siebziger Jahre belegen dies.

Auch die Goldminenindizes, wie der HUI, XAU oder GDXJ (Junior Goldminers) folgten dem Preissprung mit noch größeren Sprüngen. Obwohl Minenaktien in den letzten Wochen zwischen 25% und 50% anstiegen, sind die Allzeithochs noch meilenweit entfernt, insbesondere wenn man diese Charts um die Inflation oder die Preissteigerung der letzten Jahre bereinigt.

Silber ist bis dato nicht entsprechend dem Anstieg des Goldpreises mitgezogen, was ein Zeichen dafür sein kann, dass die Investoren noch nicht an einen langfristigen Ausbruch des Goldpreises zum aktuellen Zeitpunkt glauben. Durch den Powell Put und den Trump Put heißt es für die Masse der Investoren immer noch „Risk On“ und rein in den Aktienmarkt, weshalb die US-Aktienindizes nun auch auf ihren Allzeithochs notieren. Wenn die Notenbank die Zinsen senkt, dann kaufen Investoren Aktien wie ein trainierter pawlowscher Hund. Einigen unter ihnen dämmert es jedoch bereits, dass die Notenbanken diesmal nicht einfach den Konjunkturzyklus verlängern können, sondern eine Stagflation droht. Das bedeutet, dass die Rezession dennoch kommt, diese nur durch Inflation kaschiert wird und die Edelmetallpreise in dieser Zeit förmlich explodieren werden. Deshalb ist es nur klug und logisch jetzt in Gold und Silber zu investieren.

Das Gold-Silber-Ratio ist aktuell auf den höchsten Stand seit 1993 gestiegen mit 91,5, was zeigt, wie unterbewertet Silber aktuell ist. Silber hat gigantische Anstiegsmöglichkeiten im neuen Bullenmarkt, weshalb wir es all jenen empfehlen, die etwas mehr Volatilität ertragen können und mehr Rendite wollen. Letzte Woche hat die COMEX bereits auf die neue hohe Volatilität reagiert und eine Marginerhöhung bekanntgeben, was die weitere Spekulation am Terminmarkt einhegen dürfte.

Das Gold/Silber-Ratio hat den höchsten Stand seit 1993 erreicht

Markt erwartet Zinssenkungen – Gold dürfte steigen

Die US-Notenbank gab am Mittwoch genügend Hinweise darauf, dass es im Juli eine Zinssenkung von 25 Basispunkten geben wird. Diese wird mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 100% erwartet, wobei 25% der Marktteilnehmer mit einer noch stärkeren Senkung um 50 Basispunkte rechnen. Noch im Dezember glaubten die Märkte das Gegenteil und erwarteten zwei Zinsanhebungen für dieses Jahr.

Die USA stecken bisher weder in einer Rezession noch in einer sonstigen Krise und US-Notenbankchef Jerome Powell erklärte zum Beginn seiner Rede, wie stark die US-Wirtschaft und der US-Arbeitsmarkt seien. Normalerweise ist das ein Umfeld, in dem die Notenbank die Zinsen anheben würde und dennoch will das Federal Reserve System den Leitzins senken.

Investoren realisieren seit dem Sinneswandel der FED im Januar sukzessive, dass es keine Normalisierung der Notenbankbilanz mehr geben wird. Geld, dass die Notenbank einmal gedruckt und in die Märkte gegeben hat, kann nicht wieder abgesogen werden, ohne die Wirtschaft in eine Rezession zu stürzen. Die FED ist mit ihrer Politik gescheitert und die Investoren verlieren zunehmend den Glauben an stabile Preise. Powell gelang es während seiner Rede den Investoren die Angst vor einer baldigen Rezession zu nehmen, worauf der US-Aktienmarkt nach dem FOMC-Treffen wieder die Allzeithochs testete. Man verkauft den Märkten die Geschichte, dass es nach zehn Jahren Konjunkturaufschwung keinerlei Gefahren gäbe und die Wirtschaft brummen würde, doch man auf Trumps Handelskrieg mit China reagieren müsse, da sonst wegen Trump der Konjunkturaufschwung enden könnte.

Diese Behauptung ist gelogen, da die US-Notenbank im Januar bereits die Trendwende ihrer Geldpolitik vollzogen hat, als sie das Ende des QT Programms angekündigt und weitere Zinsanhebungen für 2019 ausgeschlossen hatte. Hintergrund dieses Sinneswandels bei J. Powell war der historisch starke Einbruch der amerikanischen Aktienindizes im Dezember. Ohne sein Eingreifen wären die Aktienmärkte in die Baisse übergegangen und die rezessiven Kräfte wären stärker geworden, was eine Gefahr für das Bankensystem darstellt.

Trumps Neuverhandlungen mit China entwickelten sich hingegen erst im Mai zu einem Handelskrieg, weshalb dies zwar ein Faktor ist, der die Konjunktur definitiv negativ beeinflusst, jedoch sind die Zölle weder der Grund noch der Auslöser für die Kapitulation der FED und die bevorstehenden Zinssenkungen. Die US-Notenbank versucht zu suggerieren, sie könne den Konjunkturabschwung durch frühe Zinssenkungen verhindern und einen neuen Boom auslösen. Dies ist jedoch nicht möglich und alles, was daraus resultieren wird, sind steigende Preise in der Rezession – eine sogenannte Stagflation, wie sie in den siebziger Jahren nach dem Ende des Goldstandards erstmals auftrat.

Der neue Zinssenkungszyklus hat frühzeitig begonnen, was steigende Aktien- und Edelmetallpreise unterstützen wird. Die Märkte preisen aktuell die Zinssenkung ein, doch sollte sich Trump mit den Chinesen in den nächsten Wochen einigen, könnte diese Erwartung schnell enttäuscht werden.
Eine Rezession und ein Einbruch des Aktienmarktes würden eine zweite Amtszeit Trumps sicherlich verhindern. Aufgrund der Immigration werden einige US-Bundesstaaten, wie beispielsweise Kalifornien, künftig dauerhaft von den Demokraten beherrscht werden, was Trumps Chancen für eine Wiederwahl Jahr um Jahr verschlechtert. Nach drei Jahren mit Zinsanhebungen handelt die US-Notenbank mit ihrer Wende in der Geldpolitik nun widerwillig endlich im Interesse Trumps. Der Goldpreis wird von dem schwächeren Dollar profitieren und letztlich in den nächsten Jahren immer weiter ansteigen.

 

Irankonflikt treibt Preise für Rohöl und Gold

Nach dem Abschuss einer 100 Millionen Dollar teuren US-Drohne an der Seegrenze zum Iran, drohte Trump Vergeltung. Selbst ein kleiner Gegenschlag hat das Potenzial einen Krieg auszulösen, bei dem auch China und Russland Partei ergreifen könnten, was letztlich auch Europa und Deutschland mithineinziehen würde. Regierungen finanzieren ihre Kriege immer über die Druckerpresse, indem die Bevölkerung durch die Inflationssteuer heimlich und versteckt enteignet wird. Eine Entwertung der staatlichen Währung und ein Anstieg des Goldpreises ist die Folge dieser Politik. Dementsprechend reagierte der Goldpreis auf Trumps Drohungen mit Stärke am Donnerstag und Freitag, da Investoren den inflationssicheren Hafen Gold suchten.
Nach Informationen der New York Times hatte US-Präsident Trump einen Angriff auf eine „Handvoll iranischer Ziele“ wie Radaranlagen und Raketensysteme bereits genehmigt. Schiffe waren in Position und Flugzeuge bereits in der Luft, als Trump den Einsatz abbrach. Gestern ruderte Trump verbal zurück und marginalisierte den Vorfall, indem er erklärte, dass es sich vermutlich um menschliches Versagen handelte:


„Ich kann kaum glauben, dass es Absicht war. Ich denke, der Iran hat wahrscheinlich einen Fehler gemacht. Ich denke, es war ein General oder irgendjemand, der einen Fehler mit dem Abschuss der Drohne gemacht hat.“


Trump brach den Angriff kurz zuvor ab, da er 150 potenzielle Tote durch den geplanten Angriff unverhältnismäßig für den Abschuss einer unbemannten Drohne ansah.
Trumps Entscheidung war Weise, denn im Kongress, den Geheimdiensten und seinen Mitarbeitern gibt es eine starke Gruppe, die einen Krieg der USA mit dem Iran wollen. Er ist gut beraten diesen Gruppen zu mistrauen. Der israelische Angriff auf die USS Liberty am 8. Juni 1967 ist ein warnendes Beispiel. US-Bomber waren damals bereits in der Luft und nur noch Minuten davor eine Atombombe auf Kairo abzuwerfen, was über 4 Millionen Menschen das Leben gekostet hätte. Aber auch die falschen Geheimdienstinformationen zum ersten und zweiten Irakkrieg sollten Trump ein mahnendes Beispiel sein und sich nicht für fremde Interessen instrumentalisieren lassen. Die kürzlichen Angriffe auf sechs Öltanker in der Region, die man dem Iran anlastete, was der Iran dementierte, könnten Versuche Dritter sein, einen Krieg zwischen den beiden Nationen zu entfachen.

Der Ölpreis reagierte mit einem Anstieg von relativ geringen fünf Dollar auf die Tankerangriffe und dem Drohnenabschuss der letzten Woche. Es zeigte sich deutliche relative Stärke und ein Defizit am Markt, während die Trendfolger unter den Spekulanten weiter auf einen fallenden Preis setzten, weshalb eine Fortsetzung der Preiserholung am Ölmarkt wahrscheinlich ist. Inflationsbereinigt ist der Rohölpreis jedoch immer noch günstig. Selbst im Verhältnis zum aktuell immer noch günstigen Rohölpreis, ist das Fass Rohöl aktuell für nur 1,28 Gramm Gold zu haben, was ein historisch sehr niedriges Preisniveau darstellt. Die hohen Preise an der Tankstelle sind daher ausschließlich den 80% Mehrwert- und Energiesteuer sowie der staatlichen Inflationssteuer geschuldet. Wenn Sie sich nächstes Mal über die hohen Spritpreise aufregen, dann sollte man diese Beschwerde an den Staat richten oder seine Ersparnisse in Gold stecken, damit man auch in zehn Jahren noch günstig mit seinem Gold Benzin tanken kann.

Der Goldpreis zeigt seit den Tankerangriffen relative Stärke und steigt wieder an
Im Vergleich zum Gold ist der Rohölpreis mit nur 1,28 Gramm Gold historisch günstig

TECHNISCHE ANALYSE

Silber: Terminmarkt nun wieder neutral

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die Netto-Shortposition der Big 4 verringerte sich von -23 auf -41 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 verringerte sich von 12 auf -4 Tage. Noch nie in der Geschichte hatten die großen Spekulanten eine so große Netto-Longposition im Silbermarkt gehalten. Es ist möglich, dass dies auf einen langfristigen Wendepunkt beim Silberpreis hindeutet. Auf der anderen Seite scheinen jene Banken, die zuvor große Teile der Shortkontrakte am Silberterminmarkt gehalten haben, nun genügend Luft zu haben, um spekulativ getriebenen Preisexplosionen jederzeit auszubremsen.

Noch nie in der Geschichte hatten die großen Spekulanten eine so große Netto-Longposition im Silbermarkt gehalten

Der Preis stieg um 27 US-Cent zur Vorwoche und die Spekulanten gingen mit 9 Tsd. Kontrakten long, was neutral zu sein scheint. Der CoT-Index fiel dabei um 7 Punkte von 70 auf 63. Die CoT-Daten für Silber sind jetzt insgesamt nur noch neutral. Es musste hier wieder nicht manipuliert werden in dieser Woche. Das Überangebot ist aktuell zu mächtig und die Investmentnachfrage immer noch zu gering.

Von irgendwo strömt viel Angebot auf den Markt. Berücksichtigt man die Veränderung bei den großen Händlern, so offenbart sich in dieser Woche deutliche Schwäche. Dies hatten wir bereits erwartet aufgrund der Schwäche in der Preisentwicklung, während Gold durch die Decke ging. Viele Spekulanten dürften nach dem Ausbruch des Goldpreises auch auf einen steigenden Silberpreis und einen möglichen Ausbruch aus dem Abwärtstrend gewettet haben. Dies gelang jedoch bisher nicht ansatzweise. Wie stark sich Spekulanten bisher für einen Ausbruch positioniert haben, werden wir leider erst im nächsten Report in der kommenden Woche herausfinden. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Spekulanten massiv auf einen steigenden Silberpreis gesetzt haben. Womöglich springt der CoT-Report kommende Woche daher schon in den Verkaufsbereich. In diesem Fall könnte der Abwärtstrend vorerst noch intakt bleiben.

Der Terminmarkt zeigt, dass die Bullen zur Vorwoche auf einen steigenden Preis wetteten
Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Position der Spekulanten nun wieder im gelben neutralen Bereich befindet

Silber in USD: Noch im Abwärtstrend gefangen

Während der Goldpreis einen mächtigen Satz nach oben machte, gelang dem Silberpreis gerade einmal ein kleiner Sprung von 50 US-Cent. Aufgrund der bisher noch fehlenden Investmentnachfrage und der Überproduktion kommt Silber noch nicht in vom Fleck weg.
Seit unserem Kaufsignal mit dem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends beträgt das Plus aktuell gerade einmal 70 US-Cent je Feinunze. Die Lage kann sich jedoch sehr schnell ändern, wenn der Goldpreis sich oberhalb des ehemaligen Widerstands bei 1.355$ dauerhaft etablieren kann. Sehr schnell dürfte das günstige Silber in das Auge der Investoren stechen, sodass die Investmentnachfrage dann schnell ein Defizit im kleinen Silbermarkt verursachen könnte. Dann könnte der Silberpreis ebenfalls einen Sprung nach oben machen und nie wieder so günstig zu haben sein, wie aktuell.

Kurzfristig ist Silber seit dem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends noch long und man sollte einfach einen Stop Loss setzen und zusehen, wie weit der Anstieg noch läuft. Womöglich gelingt dem Silberpreis ebenfalls der Ausbruch aus dem mittelfristigen Abwärtstrend, wobei dann ein weiterer Anstieg um 1,5$ bis 17,20$ sehr schnell möglich wäre. Vielleicht folgt Silber dem Goldpreis nur mit etwas Zeitverzögerung in den nächsten Wochen.

Silber in USD konnte dem Beispiel des Goldpreises bisher nicht folgen und verharrt bisher im Abwärtstrend

Silber in Euro: Langfristiger Abwärtstrend könnte nun brechen – dann neues langfristiges Kaufsignal

 

In Euro gibt es aktuell eine sehr schöne Chartformation. Der Langfristchart zeigt, dass Silber einen langfristigen Boden im Bereich von 12,50€ bis 13,50€ ausgebildet hat, der weiter Bestand haben dürfte, da die Geldpolitik der EZB grundsätzlich weiterhin dovish ist und neue QE-Programme im nächsten Jahr folgen könnten.

Da die Unterseite gut unterstützt zu sein scheint, nachdem diese in den vergangenen vier Jahren mehrmals getestet wurde, könnte nun womöglich der langfristige Abwärtstrend brechen. Auch dieser wurde in den vergangenen Jahren mehrmals getestet, doch nach dem langfristigen Kaufsignal beim Goldpreis, könnte nun auch ein langfristiges Kaufsignal beim Silber folgen.

Charttechnisch scheint ein Ausbruch nach oben aktuell wahrscheinlicher zu sein. Dennoch ist aufgrund der fundamentalen Schwäche und der aufziehenden Rezession sowie eines womöglich kurzzeitigen deflationären Umfeldes bei einer neuen Bankenkrise auch ein Ausbruch nach unten möglich. Wir denken jedoch, dass man in diesem Fall  dann nur die letzten zittrigen Hände abschüttelt, bevor dann der Abwärtstrend gebrochen und schnell neue Allzeithochs erreicht werden.

Sollte der Abwärtstrend bei Silber in Euro in Kürze brechen, so raten wir schnell die Hotline von GoldSilberShop.de anzurufen, um physische Silbermünzen zu kaufen. Ist der Abwärtstrend erst einmal gebrochen, dann dürfte Silber sukzessive ansteigen und nie wieder so günstig zu haben sein.

Silber in Euro steht womöglich kurz davor den langfristigen Abwärtstrend zu überwinden