Korrektur in Endphase – Inflation macht 1% reicher

Der Goldpreis konnte vergangene Woche kaum hinzugewinnen, obwohl die amerikanischen Aktienmärkte abtauchten, nachdem ein Deal im Handelskrieg zwischen den USA und China gescheitert war. Anfang Mai hatte US-Präsident Trump angeordnet die Zölle von 10% auf 25% für 200 Mrd. anzuheben und nun wird man für weitere 300 Mrd. Dollar an Importen aus China ebenfalls die Zölle auf 25% anheben. In der Vergangenheit hatte Trump sehr großen Erfolg mit seiner harten Verhandlungspolitik, doch sollte China nicht einlenken, so würden beiden Volkswirtschaften Schaden nehmen. Dass der Goldpreis trotz des Einbruchs des Aktienmarktes nicht anziehen konnte, dürfte an dem Test des Abwärtstrends gelegen haben, der bei 1.291$ verläuft und keinen Spielraum nach oben mehr ließ. Spekulanten sowie insbesondere Notenbanken und der ESF (Exchange Stabilization Fund) dürften an diesem Punkt für die Fortsetzung des Abwärtstrends gesorgt haben. (Der ESF wurde im Zuge des Gold Reserve Acts 1934 gegründet und hat von der US-Regierung explizit den Auftrag am Goldmarkt zu intervenieren.)

Dow Jones und S&P500 hatten erst zu Monatsbeginn ein neues Allzeithoch erreicht, wobei beide Aktienindizes gerade dabei sind an diesem Allzeithoch zu scheitern und ein doppeltes Hoch auszubilden, was Bullen zu Gewinnmitnahmen und Bären zur Eröffnung von Shortpositionen animiert. An dieses Bild eines unter hoher Volatilität schwankenden Aktienmarktes sollten sich Trader gewöhnen, denn das wahrscheinlichste Szenario für die nächsten zehn Jahre wird die Stagflation sein. In einem ähnlichen Umfeld der siebziger Jahre lief der Dow Jones über eine Dekade hinweg trendlos seitwärts, während dieser immerzu an dem Widerstand bei 1.000 Punkten scheiterte. Wie damals werden die Aktienmärkte inflationsbereinigt hingegen einbrechen, wobei die Edelmetalle von der Geldschwemme durch weitere Rettungsprogramme der Notenbanken profitieren und ansteigen dürften.

Der US-Aktienmarkt hat nach einer fulminanten Rallye ein doppeltes Top ausgebildet
Weder der Gold- noch der Silberpreis konnten in der vergangenen Woche von dem Rückgang am Aktienmarkt profitieren

Zwei weitere Aktienindizes, die vergangene Woche unter starken Abgaben litten, waren der Goldminenindex „HUI“ sowie der Gold- und Silberminenindex „XAU“. Diese korrigierten nun deutlich und haben unsere Korrekturziele, die wir vor zwei bis drei Monaten im Live-Webinar (siehe youtube) und unseren Analysen genannt hatten, schon fast erreicht. Während der Standardaktienmarkt neue Allzeithochs erreichte, notieren die Minenindizes auf Mehrjahrestiefs. Im Vergleich zu der Ausweitung der Geldmenge notieren diese sogar auf Allzeittiefs. Nimmt man als Ausgangspunkt die Jahrtausendwende, so notiert der HUI nicht bei den nominalen 157 Punkten, sondern unter Berücksichtigung der Ausweitung der Geldmenge lediglich bei 31 Punkten. Beim XAU sind es nicht 71, sondern nur 14 Punkte. Auch wenn die Minen historisch günstig zu sein scheinen, so können diesen kurzfristig noch etwas weiter korrigieren. Wann der womöglich kurzfristig richtige Kaufzeitpunkt gekommen ist, erfahren Sie in unseren Webinaren und Premium-Analysen.

Um die Inflation bereinigt, notiert der HUI nur bei 31 Punkten, anstatt bei 157 Punkten
Um die Inflation bereinigt, notiert der HUI nur bei 14 Punkten, anstatt bei 71 Punkten

Einbruch der Automobilnachfrage – die Rezession nimmt Gestalt an

Die chinesischen Automobilverkäufe brachen im April um 16,6% zum Vorjahr ein. Dies ist nicht nur ein rekordlanger Rückgang von 11 Monaten infolge, sondern auch der stärkste Rückgang in der Automobilnachfrage seit Jahrzehnten. Die chinesische Wirtschaft wurde durch gigantische Geldmengenausweitungen in den letzten Jahren getrieben, welche die amerikanische Geldpolitik dagegen hawkish und konservativ aussehen lässt. Gigantische Fehlallokationen bildeten sich in der immer noch teilweise zentralistisch geprägten Volkswirtschaft. Gegenüber der Einheitspartei, die sich zunehmend totalitär und diktatorisch gibt, hat das Eigentum von Ausländern keinen wirklichen Rechtsschutz und völlige Enteignung droht bei Fehlverhalten. China wird trotz seines hohen Durchschnitts-IQs und seiner extrem fleißigen Bevölkerung nicht gegen wirklich freie und marktwirtschaftliche Nationen mithalten können, solange das Regime durch Interventionen zu viel Kapital in unrentable Unternehmen fehlalloziert. Eine Krise im Bankensektor, ausgelöst durch eine Bereinigung der Fehlallokationen, scheint langfristig auch in China unausweichlich zu sein.

Südkoreas Exporte sind 8% zum Vorjahr eingebrochen und Deutschlands PMI liegt bei 44, was der schlechteste Stand seit 2012 ist und eine Rezession anzeigt. Dies sowie der Einbruch der Automobilnachfrage in China sind ein deutliches Indiz für eine Rezession, welche die Preise für industriell genutzt Metalle unter Druck bringen kann. Auch die wachsende Konkurrenz durch Elektroautos dürfte mittel- bis langfristig die Nachfrage nach Palladium abschwächen. Während der Palladiumpreis auf einem historischen Allzeithoch notiert, befindet sich Platin fast auf dem niedrigsten Stand seit zwei Dekaden. Dies spiegelt sich auch im historisch niedrigen Platin/Palladium-Ratio wider, das klar für ein Investment in Platin anstatt in Palladium spricht. Sollte das Platin/Palladium-Ratio lediglich zu seinem historisch statistischen Mittel zurückkehren, so wird Platin in den kommenden Jahren fünfmal besser als Palladium performen. Wir empfehlen daher etwaige langfristige Palladiumbestände, die man auf Sicht von einer Dekade oder länger halten möchte, in Platin zu tauschen bzw. empfehlen wir aktuell bevorzugt Platin anstatt Palladium in einem Edelmetalldepot zu halten. Die Platinmetalle sollten jedoch nicht mehr als ein Zehntel eines Edelmetalldepots ausmachen.

Das Platin/Palladium Ratio befindet sich auf einem historischen Tiefpunkt und spricht für eine Anlage in Platin anstatt Palladium

Der Palladiumpreis notierte in den vergangenen Wochen teilweise mehr als 300$ über dem Goldpreis, was es in der Geschichte bisher erst einmal gegeben hatte. Auch dies ist ein Indiz für das aktuell historisch hohe Preisniveau von Palladium. Mittlerweile schrumpfte der Spread auf 90$ und am Ende der aktuell laufenden Korrektur ist wieder mit einem negativen Spread zu rechnen. Auch langfristig erwarten wir in den nächsten Jahren der Stagflation, dass Gold besser performen wird als Palladium, wogegen wir mittelfristig noch einmal einen Anstieg des Spreads und eine bessere Performance von Palladium erwarten. Spätestens dann, wenn die Rezession in den Leitmedien angekommen ist und heiß gekocht wird, dürfte der Palladiumpreis wieder deutlich unterhalb des Goldpreises notieren.

Der Spread des Gold- zum Palladiumpreises ist wieder geschrumpft

Auch wenn die Welt vor einer neuen Rezession steht, so stehen China und die USA viel besser da als Europa und insbesondere als Deutschland. Von 326 weltweiten privaten Start-Ups mit mehr als einer Milliarde Kapitalisierung (Einhörner) sind nur 8 in Deutschland angesiedelt. Den ersten Platz halten die USA mit 156 Unternehmen, dicht gefolgt von China (94), danach folgen England (17), Indien (13), Deutschland (8) und Südkorea (6), wobei im Rest der Welt die übrigen 32 Unternehmen zu finden sind. Europa liegt weit abgeschlagen meilenweit hinter den USA und China und hat keine innovativen Unternehmen und Branchen zu bieten. Zu hohe Steuern, Zentralismus, ein planwirtschaftlicher wohlstandsvernichtender Euro, eine hohe Regulierungswut aus Brüssel sowie die Wohlfahrtsstaatspolitik mit offenen Grenzen haben Europa ruiniert, was in der kommenden Rezession deutlich zutage treten wird. In Europa und insbesondere Deutschland haben Start-Ups im internationalen Wettbewerb kaum Chancen und Unternehmensgründer scheitern oftmals bereits an den hohen steuerlichen und regulatorischen Hürden im internationalen Wettbewerb.

Was Deutschland bleibt ist eine ständig sinkende Produktivität, abnehmende Wettbewerbsfähigkeit und eine veraltete Automobil- sowie Zulieferindustrie, was in der kommenden Rezession zu hoher Arbeitslosigkeit und massiven Steuereinbußen führen wird, was letztlich auch die Transferleistungen real senken wird. Neue Start-Ups und globale Industrien entstehen über Jahrzehnte, was das politische „EU-ropa“ in Brüssel jedoch bereits im Keim zu ersticken weiß.

Nach 14 Jahren Stillstand durch die Regierung Merkel rechnet Finanzminister Olaf Scholz nun optimistisch mit 124,3 Milliarden Euro weniger Steuereinnahmen bis 2023 als zunächst angenommen. Nun müssen Bund, Länder und Kommunen bis zum Jahr 2023 mit deutlich weniger auskommen und ihre Verschwendungssucht mäßigen. Die Wirtschaft steht selbst nach offiziellen Zahlen mit einem Wachstum von 0,5 Prozent am Rande der Rezession. Die Schätzungen von Scholz berücksichtigen noch nicht eine Rezession und werden später um ein Vielfaches angepasst werden müssen.

Die über Steuerraub finanzierten Wohltaten der linken Parlamentarier können in der Rezession nur finanziert werden, wenn auch die Einnahmen erhöht werden. Womöglich sehen wir deshalb bald eine CO2-Steuer, erhöhte Grundsteuern, Enteignungen, eine Transaktionssteuer und eine stark steigende Inflationssteuer, was der Wirtschaft und dem Wohlstand in Absurdistan nur noch mehr schaden wird.

Der einfachste Weg für die Politiker wird eine Ausweitung der Staatsschulden sein, was nichts anderes als das Anwerfen der Druckerpresse und eine Enteignung über die Inflationssteuer bedeutet. Die Inflation wird man offiziell weiterhin 6-8% niedriger ausweisen, während diese real in den zweistelligen Bereich springen wird.

Die dänische Zentralbank hatte vergangene Woche erst in einem faszinierenden Arbeitspapier zugegeben, dass die Inflation die Armen ärmer und die Reichen reicher macht, wenn Zentralbanken Geld drucken. Es ist schön, dass eine Zentralbank jetzt offiziell zugibt, was ich seit 13 Jahren in meinen Veröffentlichungen schreibe. So schreibt die dänische Zentralbank in ihrem Papier: 

„Die lockeren monetären Bedingungen erhöhen das Einkommen der oberen ein Prozent stark und umgekehrt vice versa. Tatsächlich steigt nach einem expansiven geldpolitischen Schock der Anteil am Volkseinkommens des reichsten 1-Prozent um etwa 1 bis 6 Prozentpunkte.“

Man sollte dieses Papier jedem linken Politiker, der sich über die Ausweitung der Schere zwischen Arm und Reich in unserem planwirtschaftlichen Geldsystem beschwert und die Schuld dem freien Markt gibt, vorlegen. Dass die Schere zwischen Arm und Reich auseinander geht ist einzig und allein auf die unablässig real hohe Inflation der Geldmenge seit dem Ende von Bretton Woods zurückzuführen.   

Nur mit Edelmetallen wird man in der Lage sein, sein Vermögen vor weiterer direkter und indirekter Enteignung über Inflation zu schützen und seinen Wohlstand so zu sichern. Kaufen Sie Gold und Silber zu Ihrer Absicherung!

TECHNISCHE ANALYSE

Palladium: Nachfrage immer noch höher als das Angebot

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Trotz der aktuellen Korrektur am Edelmetallmarkt und der sich manifestierenden Rezession, hält sich der Palladiumpreis neutral am Terminmarkt. Dass in diesem Umfeld keine relative Schwäche zu sehen ist, ist ein deutliches Indiz dafür, dass der physische Nachfrageüberhang aktuell immer noch vorhanden ist und dies den Preis unterstützt. Insgesamt sind die Daten im leicht bullischen Bereich, wobei die Bereinigung am Terminmarkt noch nicht ihr Ende gefunden haben dürfte. Es wäre noch Luft für einen weiteren spekulativen Preisrückgang vorhanden.

Der Terminmarkt zeigte sich zum 7. Mai kurzfristig neutral – der Nachfrageüberhang besteht noch immer fort
Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Spekulation im grünen Bereich befindet

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 37 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

Palladium in USD: Korrektur nähert sich langsam ihrem Ende

Der Palladiumpreis hat entsprechend unserer Erwartung die Konsolidierungsformation nach unten verlassen. Ein antizyklisches Kaufniveau zeigen die Terminmarktdaten aktuell noch nicht an, doch in einem Monat könnte die Situation nach einem Sell Off bullisch werden. Zeigen die Daten bis dahin weiterhin Neutralität oder gar Stärke, so böte ein Sell Off eine gute Chance für antizyklische Käufe.
Kommt es zu einem finalen Sell Off am Edelmetallmarkt, dann dürfte Palladium im Bereich von 1.150$ bis 1.200$ die Korrektur beenden. Dann sollte man jedoch zugreifen, denn wenn die relative Stärke anhält, wird Palladium danach schnell eine Rallye auf sein Allzeithoch starten. Entweder wird der Preis dann fundamental getrieben oder aber die Spekulanten werden ein neues Allzeithoch erzwingen, was uns die Analyse der Terminmarktdaten dann verraten wird. Das CRV dürfte nach einem Sell Off und einem erneuten Kaufsignal für Gold und Silber jedoch sehr gut sein in wenigen Wochen, weshalb man dieses nicht verpassen sollte.

Palladium könnte kurzfristig noch etwas fallen, was eine erneute kurzfristige Kaufchance bieten könnte

Palladium in Euro: Gutes charttechnisches Signal

In Euro gerechnet korrigiert der Palladiumpreis seitdem der Aufwärtstrend gebrochen wurde. Dieses charttechnische Signal war sehr klar, einfach und deutlich, wobei ein Ende der Korrektur bei 1.100€ bis 1.500€ je Feinunze zu erwarten ist. Einen Rücksetzer bis an die Unterstützung bei 920€ halten wir aufgrund der guten Terminmarktdaten aktuell eher für unwahrscheinlich.

Der Palladiumpreis in Euro korrigiert weiter, nachdem der Aufwärtstrend gebrochen wurde