Palladium auf Allzeithoch – Kryptos im freien Fall

Die für Trump erfolgreichen Midterm-Wahlen sowie ein hawkischer Notenbankreport sorgten dafür, dass der Dollar stärker wurde und die Edelmetalle in US-Dollar unter die Räder kamen. Dies war sehr erstaunlich, denn der Goldpreis war gerade dabei den Widerstand bei 1.240$ zu überwinden, worauf plötzlich zum Wochenschluss ein Einbruch von 40$ folgte. In den letzten fünf Jahren waren derartige Kursbewegungen, wie wir sie am Edelmetallmarkt in den letzten Monaten beobachten mussten, sehr selten oder gar nicht zu sehen. Auch der Silberpreis scheiterte an dem Widerstand bei 14,90$, in der vergangenen Woche, wobei man hier aufgrund des CoT-Reports eine Manipulation des Preises vermuten könnte.

Der plötzliche Rückgang überraschte, doch blieben wir optimistisch, dass der Goldpreis die 1.200$ verteidigen und einen erneuten Angriff auf 1.240$ starten sollte. Unsere Erwartung erfüllte sich und dem Goldpreis gelang es sogar den Widerstand bei 1.219$ zu überwinden. Diese Rückeroberung der vorherigen Handelsspanne ist ein sehr bullisches Zeichen und dem dürfte ein Anstieg über 1.240$ bis 1.280$ folgen.

Gold litt in der letzten Woche unter einem starken Dollar, während der Preis in Euro relativ stabil blieb

Palladium erreicht neues Allzeithoch

Der Palladiumpreis konnte vergangene Woche auf ein neues Allzeithoch von 1.286$ ansteigen. Womöglich hat die US-Wahl zugunsten von Trump wieder Konjunkturoptimismus geschürt. In den vergangenen vier Wochen zeigte sich der Terminmarkt neutral und es war keine relative Stärke mehr zu sehen. Solange der Konjunkturzyklus noch läuft, solange dürfte die Nachfrage nach Palladium für Benzinkatalysatoren hoch bleiben und solange dürfte der Preis weiter ansteigen.

Palladium konnte vergangene Woche ein neues Allzeithoch erreichen

Bitcoin bricht um 20% ein – Kryptomarkt im Abwärtsstrudel

Der Bitcoin ist unter seine wichtige Unterstützung bei 6.000$ gefallen und hat damit ein mittelfristiges Verkaufssignal erzeugt. Zeitweise betrug das Minus 1.300$, was einem Verlust von 20% entspricht. Entgegen den optimistischen Bekundungen der Krypto-Apologeten, konnte die seit Februar nun siebenmal getestete Unterstützung bei 6.000$ je Bitcoin nicht verteidigt werden. Dies entspricht exakt unserer Prognose, die wir seit Monaten unermüdlich wiederholen. Anstatt eines neuen Anstiegs auf 20.000$, den sich Viele erhofften, folgte nun ein neues Verkaufssignal mit dem Ziel bei 3.000$ auf Sicht der kommenden Wochen. Ich hatte den Bitcoin meinen Abonnenten Mitte 2015 zu 250$ als spekulativen Kauf mit dem Ziel bei 2.500$ empfohlen. Nachdem der Bitcoin die 20.000$ erreichte und einen ersten starken Rücksetzer machte, empfahl ich den Bitcoin im Dezember 2017 zu verkaufen und prognostizierte einen Einbruch auf bis zu 1.000$. Die neuerliche Aufspaltung von Bitcoin Cash mag zwar mit ein Auslöser dafür gewesen sein, dass der Bitcoin unter die Marke von 6.000$ fiel, doch hatte sich dies schon lange angebahnt und hat fundamentale Gründe. 

Der Bitcoin hat binnen zwei Tagen 1.300$ verloren, was einem Minus von 15% entspricht

Nicht nur der Bitcoin, sondern auch seine Klone und seine Konkurrenten brachen seit Jahresbeginn massiv ein. Während der Bitcoin seit Jahresbeginn noch ein moderates Minus von nur 60% aufweist, so sind die Verluste bei Ethereum (-77%), Dash (-87%), Bitcoin Cash (-83%) und Litecoin (-81%) weitaus höher. Seit seinem Allzeithoch verlor der Bitcoin sogar bereits 75% seines Handelswertes. Ein Drittel der alternativen Coins, die zumeist einfache Klone des Bitcoins darstellen, sind praktisch wertlos geworden. Die Inflation durch die Neuemission und Aufspaltung immer neuer Coins und Tokens ist gigantisch und verwässert den Markt.

Bitcoin hat große hausgemachte Probleme, die eine Zukunft der Kryptosoftware infrage stellen. Nahezu alle großen Händler, die Bitcoin kurze Zeit akzeptiert hatten, haben der Zahlungsmethode wieder den Rücken gekehrt, da diese zu teuer, zu langsam und zu volatil ist. Überweisungen können Tage oder Wochen dauern, wenn das Netz überlastet ist. Große Versandhäuser, wie beispielsweise auch Amazon haben ihre Pläne, Bitcoin zu akzeptieren, wieder eingestampft. Die Erfahrung großer Anbieter wie Steam haben gezeigt, dass der Bitcoin unpraktikabel und die entstehenden Kosten unsinnig sind. Mögliche Verbesserungen, wie das Lightning-Netzwerk, sind nur unpraktikables Herumdoktern an einer gescheiterten Anwendung der Technologie. Darüber hinaus gibt es mit Tangle und Hashgraph neue Technologien, die der Blockchain überlegen sind.

Es gibt in Deutschland praktisch keine Einzelhändler mehr die Bitcoin akzeptieren und selbst die wenigen Läden und Cafes in Berlin, die den Bitcoin euphorisch angenommen haben, kamen zu der ernüchternden Erkenntnis, dass niemand damit zahlen will, da keiner bis zu $50 Transaktionskosten für einen Kaffee von $3 zahlen wollte. Die Transaktionskosten sind wieder gesunken in diesem Jahr und dennoch ist ein Tausch von Euros in Bitcoin zur Zahlung eines Produktes im Internet sehr teuer und nicht konkurrenzfähig zu modernen Zahlungsmethoden wie der Überweisung, Paypal oder der Kreditkarte via Google Pay. Kryptowährungen sind zu teuer und haben strategische Nachteile, weshalb die Mondpreise irrational zu sein scheinen. Dennoch gibt es Nischen, in denen man anonym bleiben will und wo dezentrale Kryptowährungen Sinn machen. Für den alltäglichen normalen Internethandel sind sie jedoch keine Alternative.

Zuletzt hört man öfters von der Idee, Kryptowährungen zentral mit Gold zu hinterlegen. Dies mag zwar einen relativ anonymen Tausch von Goldeinheiten im Internet ermöglichen, doch birgt dieses Modell aufgrund der zentralen Hinterlegung enorme Gefahren. Der Liberty Dollar, der von Bernard von Nothaus in den USA in Form von Münzen und Banknoten vertrieben wurde und sich aufgrund seiner Kaufraftstabilität zunehmender Beliebtheit erfreute wurde anfangs noch von der US-Regierung geduldet. Doch als die Akzeptanz der stabilen Währung immer weiter um sich griff, wurde Bernard von Nothaus verhaftet und ihm die Herstellung und der Vertrieb des Liberty Dollars untersagt. Sollte eine mit Gold gedeckte Kryptowährung erfolgreich sein, so reicht eine staatliche Razzia aus, um das hinterlegte Gold und Silber zu konfiszieren und die Währung wertlos werden zu lassen. Im Falle des Liberty Dollar, hatten die Besitzer des Liberty Dollar hingegen immer noch den intrinsischen Wert ihrer Edelmetallmünzen, während die Besitzer der dann ungedeckten Goldtokens alles verlieren.

Bitcoin und seine Alternativen mögen für anonyme Geschäfte ihre Berechtigung haben, doch sind diese keine Alternative zu Bargeld, modernen Zahlungsmöglichkeiten oder dem Gold. Wer langfristig sparen und sich ein Vermögen aufbauen will, dessen erste Wahl sollte, gerade in diesen unruhigen Zeiten, immer auf die monetären Edelmetalle Gold und Silber fallen, die seit Jahrtausenden ihren Werterhalt bewiesen haben, egal wie korrupt und kleptomanisch eine Regierung auch gewesen sein mag.

Der Bitcoin hat die äußerst wichtige Unterstützung bei 6.000$ nun durchbrochen
Ethereum ist seit Jahresanfang um 77% eingebrochen
Dash, der bessere Bitcoin, musste seit Jahresbeginn auch schon 87% einbüßen
Das auf Zahlungen optimierte Bitcoin-Cash notiert auf seinem Emissionspreis
Der Litecoin könnte all seine Gewinne seit Anfang 2017 wieder verlieren

TECHNISCHE ANALYSE

Mögliche Manipulation im Silbermarkt in der Vorwoche

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitment of Traders)

Die aktuellen, wöchentlich von der US-Terminmarktaufsicht „CFTC“ veröffentlichten, Daten für Silber befinden sich immer noch auf einem relativ überverkauften Niveau. Dennoch zeigen die Daten seit Monaten relative Schwäche.

Die Netto-Shortposition der Big 4 reduzierte sich von 24 auf 23 Tage der Weltproduktion und die der Big 8 blieb unverändert bei 45 Tagen. Der Preis fiel um 56 USC und die Spekulanten gingen dafür mit 14 Tsd. Kontrakte netto short, was wieder eine eher schwache Entwicklung darstellt. Eine Manipulation gab es in der Betrachtungswoche nicht. Die Produzenten halten immer noch eine langfristig relativ geringe Netto-Longposition von nur 5 Tsd. Kontrakten, was immer noch historisch wenig ist. Einem weiteren Anstieg um 2 US-Dollar stünde damit nichts im Weg. Mittelfristig auf Sicht der nächsten Wochen bleibt Silber bullisch.

Der Terminmarkt für Silber ist immer noch relativ überverkauft
Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Positionierung im bullischen grünen Bereich befindet

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 37 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/

 

Der Widerstand bei 14.90$ konnte bisher nicht überwunden werden

Der Silberpreis war in der vergangenen Woche kurz davor über den Widerstand bei 14,90$ auszubrechen. Scheinbar gab es auch eine Manipulation auf diesem Preisniveau, worauf die Daten der großen 4/8 Händler aus dem Terminmarktreport der CFTC hindeuten. Nach dem Sieg für Trump bei den Midterm-Elections wurde klar, dass Trump womöglich eine zweite Amtszeit bekommen wird, was eine Fortsetzung seiner wirtschaftsfreundlichen Politik bedeutet. Dies allein würde schon für einen stärkeren Dollar sorgen, doch auch die US-Notenbank FED wird versuchen Trumps Pläne mit weiteren Zinsanhebungen zu torpedieren, was kurzfristig für einen zusätzlich starken Dollar sorgen wird. Diese Intention zeigte auch der FOMC-Report der US-Notenbank FED in der vergangenen Woche, der hawkish formuliert war. Dementsprechend ist das Umfeld für die Edelmetalle kurzfristig weiterhin nicht gerade bullisch.

Mit dem Unterschreiten der Unterstützung bei 14,20$ dürften viele Bullen aus dem Markt geflogen sein. Womöglich wollte man deren Positionen abfischen. Ein starker Preisrückgang ist aufgrund der einseitig bärischen Spekulation am Terminmarkt aktuell eher unwahrscheinlich. Hingegen hat ein Preisanstieg in den kommenden Wochen ein deutlich höheres Chance/Risiko-Verhältnis.

Mit dem Überschreiten des Widerstands bei 14,20$ verkehrte sich das vorherige Signal und Silber ist wieder long. Über 14,90$ entstünde ein neues Kaufsignal. Der Terminmarkt lässt Silber grundsätzlich Luft für einen Anstieg bis ca. 17,20$ je Feinunze.

Silber scheiterte an dem Widerstand bei 14,90$ bisher

Ausbruchsniveau in Euro verteidigt

In Euro gerechnet, konnte der Silberpreis sein Ausbruchsniveau bei 12,50€ je Feinunze hingegen verteidigen. Damit ist dieses Chartbild viel positiver als in US-Dollar. Aufgrund eines wahrscheinlich weiterhin schwächeren Euros auf Sicht der kommenden Monate, dürfte der Silberpreis gut performen. Ein erneuter Anstieg auf 15€ oder gar 16€, auf Sicht der kommenden 6 Monate, scheint daher durchaus realistisch zu sein, wenn der Euro Richtung Parität zum US-Dollar fällt.

Charttechnisch bildet die Unterstützung bei 12,50$ ein antizyklisches Kaufniveau, unter dem man einen Stop Loss platzieren kann. Über 13€ gibt es ein weiteres prozyklisches Kaufsignal. Gerade langfristig scheint Silber aktuell, insbesondere aufgrund des hohen Gold/Silber-Ratios von 84, bei 12,50€ ein sehr gutes unterbewertetes Investment mit enormen Gewinnchancen zu sein.

In Euro gerechnet konnte der Silberpreis sein Ausbruchsniveau verteidigen

Lustiges und Memes