Platinmetalle mit Preissprung - Negativzinsen - Notenbank gegen Trump - Palladiumanalyse

Der Goldpreis stieg aufgrund von Rezessionsängsten und dem Einmarsch von Truppen in Hong Kong vergangene Woche auf ein neues Allzeithoch in Euro bei 1.399€ je Feinunze, während der Goldpreis in US-Dollar noch einmal den Widerstand bei 1.550$ anlief. Ein weiterer Anstieg wurde verhindert, nachdem das chinesische Handelsministerium die Wiederaufnahme von Gesprächen mit den USA bestätigte, was die Hoffnung auf ein Ende des Handelsstreits nährte. Die Aktienmärkte schossen daraufhin nach oben und der Goldpreisanstieg wurde vorerst ausgebremst.

Am Sonntagmittag traten Zölle im Volumen von 112 Mrd. $ gegen China in Kraft. Nur eine Minute später folgte die Vergeltung Chinas mit der Ankündigung von höheren Zöllen für 75 Mrd. Dollar an US-Importen. Dies schadet der Weltwirtschaft und könnte insbesondere die Bundesrepublik Deutschland demnächst offiziell in die Rezession stoßen. Die amerikanischen Zölle richten sich gegen hochtechnologische Produkte wie Halbleiter, Flugzeugteile, Möbel, Smartphones, Laptops aber auch gegen Kinderspielzeug, Schuhe und Kleidung, während sich die chinesischen Zölle primär auf Agrarrohstoffe beziehen. Die Art der Importe zeigen bereits, wie weit die Deindustrialisierung der USA fortgeschritten ist. Die Preise für Konsumgüter in den USA werden entsprechend den Zöllen pünktlich zum Weihnachtsfest ansteigen.

Der Goldpreis eröffnete heute im asiatischen Handel wegen den neuen Zöllen 15$ über dem Freitagsschluss, doch wurden die Kursgewinne bis zur Eröffnung des europäischen Handels wieder abgegeben. Scheinbar waren einige Trader überrascht, dass die Zölle, die Trump angekündet hatte auch in Kraft traten und die Chinesen auch wie angekündigt darauf reagiert hatten. Dennoch zeigte der Goldpreis bereits kaum mehr Kurssprünge auf neue schlechte Meldungen.

Gold in Euro erreichte ein neues Allzeithoch bei 1.399 Euro je Feinunze

Silber stieg vergangene Woche stärker als der Goldpreis, was typisch für die Spätphase eines Anstiegs am Edelmetallmarkt ist. Allein seit dem Tief im Mai stieg der Silberpreis um 28% an. Da Silber in den letzten Wochen stärker anstieg als Gold, fiel das Gold/Silber-Ratio von 93 auf 83. Wir erwarten während der nächsten Jahre im neuen Bullenmarkt, dass Silber das Gold weiterhin outperformen dürfte. Ein Rückgang des Ratios auf 30 in einigen Jahren wäre durchaus möglich, womit Silber immer noch etwa dreimal so stark im Preis ansteigen dürfte wie der Goldpreis.

Der Silberpreis in Euro stieg allein dem Tief im Mai um 28% an
Silber stieg stärker als Gold, weshalb das Gold/Silber Ratio um 10 Punkte fiel

Vergangene Woche nährte die Entspannung zwischen China und den USA neuen Konjunkturoptimismus, weshalb besonders die industriell genutzten Edelmetalle Platin und Palladium von diesen Neuigkeiten profitierten. Palladium gelang der Ausbruch aus einem kurzfristigen Abwärtstrend, womit ein neues kurzfristiges Kaufsignal erzeugt wurde. (Siehe der heutigen technischen Analyse). Noch stärker zeigte sich jedoch Platin, das einen langfristigen mehrjährigen Abwärtstrend überwand und daraufhin dynamisch um 70$ (+8%) binnen drei Tagen anstieg.

Dies könnte den Beginn einer langfristigen Trendwende beim Platinpreis markieren. Das Ratio von Platin zu Palladium war mit aktuell 0,61 nie niedriger wie aktuell. Das bedeutet, dass Platin historisch günstig zu Palladium ist. Wir erwarten, dass dieses Ratio wieder zu seinem langfristigen Mittel bei 3 zurückkehren wird. Demnach müsste der Platinpreis in etwa fünfmal besser performen als Palladium in den kommenden fünf bis zehn Jahren.

Zum einen gibt es Bestrebungen der Industrie das teure Palladium mit dem günstigeren Platin zu substituieren, da beide Edelmetalle ähnliche industriell nutzbare Eigenschaften besitzen. Zum anderen halten bei diesen günstigen Bewertungen langfristig agierende Investoren die Hände auf und kaufen Platin antizyklisch, was auch die starken Zuflüsse in ETFs der letzten Monate beweisen.

70% der Platinproduktion kommen allein aus Südafrika, was ein Risiko für die Angebotsseite ist. Der politische Wandel sorgte in den letzten Jahrzehnten für einen Linksrutsch und so für eine Destabilisierung des Landes. Stromausfälle und streikende Gewerkschaften sind alltägliche Probleme der südafrikanischen Minenbetreiber, die sich künftig noch ausweiten dürften. Aufgrund der hohen Produktionskosten je Unze sind die Gewinne der Minen gering. Das Risiko für einen fallenden Platinpreis scheint daher begrenzt zu sein, während die Chance für einen steigenden Preis, auf Sicht der nächsten fünf bis zehn Jahre, sehr hoch zu sein scheint. Ein antizyklisches Investment in Platin, gerade jetzt nachdem der langfristige Abwärtstrend gebrochen wurde und die Geldpolitik wieder lockerer wird, macht deshalb Sinn. Eine Beimischung von 5% bis 10% zu einem Edelmetalldepot ist sinnvoll.

Platin notiert zu Palladium auf einem historischen Allzeittief
Platin zu Gold ist ebenfalls so günstig wie nie zuvor in der Geschichte

Ex-Notebanker fordert die US-Wirtschaft in die Rezession gleiten zu lassen

Der ehemalige US-Notenbankchef William Dudley schlug vergangene Woche vor die US-Wirtschaft nicht über niedrige Zinsen zu stützen, um eine zweite Amtszeit von US-Präsident Trump zu verhindern. Er fürchtet, dass das Entgegenkommen der Fed über Zinssenkungen, als Reaktion auf Trumps Handelskrieg, den Präsidenten ermutigen, den Handelskrieg auszuweiten. Die Anstrengungen der Fed, die wirtschaftlichen Rückschläge abzuschwächen, wären somit sinnlos und ineffektiv. „Sie würden die Lage verschlimmern“, argumentierte Dudley.

Daher forderte er seine früheren Kollegen auf die Zinsen nicht weiter zu senken und stattdessen dem Präsidenten klar zu machen, dass er für seine Entscheidungen in der Handelspolitik allein verantwortlich sei und die Konsequenzen tragen müsse. Dudley glaubt, dass damit Trumps Chancen auf eine Wiederwahl sinken würden, was wiederum gut für die langfristige Stabilität der Wirtschaft sei.

Was letztlich immer passiert, wenn Regierungen das Geldmonopol und die Geldpolitik zur Steuerung der Wirtschaft und zur Finanzierung des Staates missbrauchen, sahen wir erst kürzlich in dem totalen ökonomischen Zusammenbruch Venezuelas. Auf der einen Seite ist es daher richtig, dass die US-Notenbank sich nicht von der Politik beeinflussen lassen sollte. Auf der anderen Seite sollte jedoch grundsätzlich keine Regierung ein Geldmonopol beanspruchen und stattdessen lieber dem freien Markt die Geldschöpfung und die Wahl des besten Geldes überlassen.

Die Politik missbraucht grundsätzlich immer das Geldmonopol und Geschäftsbanken, Notenbanken und der Staat leben in Symbiose zum gegenseitigen Vorteil und zulasten der Bürger. Die Aussagen Dudleys sind zudem heuchlerisch, da die US-Notenbank offenkundig Ex-Präsidenten Obama seine Präsidentschaft bzw. eine zweite Amtszeit durch die lockere Geldpolitik und Zinssenkungen ermöglichte, da ohne diese Eingriffe der Notenbanken die US-Rezession damals längst für einen Wechsel der Machtverhältnisse gesorgt hätte.

Wie schnell ein politischer Wechsel Einfluss auf die Geldpolitik, eine Währung und den Goldpreis haben kann, konnte man kürzlich auch in Argentinien verfolgen. Im August brach der argentinische Peso zum Dollar um mehr als 25 Prozent ein, nachdem der wirtschaftsfreundliche Präsident Mauricio Macri eine Vorwahl gegen seinen linksgerichteten Herausforderer Alberto Fernandez verloren hatte, der nun als Favorit für die Präsidentenwahl im Oktober gilt. Der Aktienmarkt brach inflationsbereinigt sogar um 50% ein, während der Goldpreis in Peso von 65.000 auf 90.000 Peso um 38% binnen zweier Monate anstieg.

Gold in argentinischen Peso stieg um 38% seit Anfang Juli

Die Zinssenkungen der Notenbanken, noch vor dem offiziellen Ausbruch einer Rezession in Europa und den USA, zeigen, dass sich Politik und Zentralbanken längst in einer Interventionsspirale befinden, die in einigen Jahren ein gleiches tragisches Ende wie in Argentinien nehmen könnte. Der Euro, der in den letzten zwölf Monaten 40% an Kaufkraft zum Gold verloren hat, ist keine Währung, mit der man für den Ruhestand vorsorgen und sparen kann. Der Euro wird seine Talfahrt fortsetzen, wobei der Dollar als Einäugiger unter den Blinden aktuell von den relativ höheren US-Zinsen profitiert, weshalb der Euro zum US-Dollar mittlerweile auch auf 1,096 $ abrutschte. Die Situation wird sich verschlimmern und die Stagflation wird kaum Alternativen bieten, weshalb ein Investment in Gold und Silber immer wichtiger und fast unverzichtbar wird.

Der Euro fiel auf 1,096$, während der Goldpreis in Euro ein neues Allzeithoch bei 1.399$ erreichte

Negativzinsen und Staatsanleihen mit Laufzeiten von 100 Jahren

Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen liegt in den USA unter der für Zweijährige. Diese inverse Zinskurve wird als ein Indiz für eine möglicherweise bevorstehende Rezession gesehen. Die 30-jährigen US-Staatsanleihen rentieren aktuell so niedrig wie nie davor. Auch die USA denken nun darüber nach, sich diese niedrigen Zinsen langfristig zu sichern, weshalb US-Finanzminister Steven Mnuchin über die Emission von neuen Staatsanleihen mit Laufzeiten über 50 bis 100 Jahren nachdenkt. Es scheint unwirklich, dass jemand einer Regierung Geld über 50 Jahre zu Null- oder Negativzinsen leiht, wenn klar ist, dass das Geld, was man in 50 oder 100 Jahren zurückerhält, inflationsbereinigt wertlos ist. Man schenkt sein Geld praktisch dem Staat durch den Kauf solcher Anleihen, was zeigt, wie verrückt und absurd die Geldpolitik ist und all dies nichts mehr mit freien Märkten zu tun hat.

Die Zinsen für Staatsanleihen befinden sich weiter im freien Fall

Auch die Bundesregierung hat vergangene Woche eine weitere zehnjährige Anleihe im Volumen von 3 Mrd. Euro auf den Markt geworfen. Während sich die Regierung zu Negativzinsen verschuldet und der Staat mit dem Schuldenmachen nun Geld verdient, blicken die Sparer in die Röhre. Die kleinen Leute bezahlen für die zusätzlichen Einnahmen und die Verschwendungssucht des Staates, da ihre Einlagen auf den Konten und Sparbüchern nach Inflation jedes Jahr an Wert verlieren. Das ist ein Nullsummenspiel, denn was der Staat zusätzlich einnimmt, muss der Bürger auf der anderen Seite bezahlen. Die Negativzinsen wirken dabei wie eine zusätzliche Steuer. Bei Nullzinsen auf dem Konto verlieren die Sparer nach der offiziellen Inflationsrate jährlich 1,7% ihrer Ersparnisse. Inoffiziell liegt die reale Inflationsrate jedoch bei etwa 8%, die den Bürgern jährlich über die Inflationssteuer gestohlen wird.

Wahrscheinlich wird die EZB am 12. September eine weitere Lockerung ihrer Geldpolitik verkünden. Dies wird die Zinsen noch eine Weile bei null Prozent zementierten, während die reale Inflationsrate zunehmen wird und die Bürger weiter enteignet werden. Die Bevölkerung erkennt die Enteignung über die Inflationssteuer leider nicht, sodass sie sich mit dem vermeintlichen Kapitalerhalt zufriedengeben. Erst die Zunahme der offiziellen Inflationsrate wird die Menschen langsam aufwecken und eine Flucht in Edelmetalle auslösen, da diese den besten Schutz vor der Enteignung durch Inflation bieten.

Gefälschte Markenbarren in den Tresoren der Großbanken

Die Meldung, wonach gefälschte Goldbarren namhafter Schweizer Hersteller in den Tresoren großer Banken, wie JP Morgan Chase, gefunden wurden, machte vergangene Woche die Runde. Die führenden Goldraffinerien der Schweiz identifizierten bisher etwa 1.000 Barren in Kilogröße im Gesamtwert von 50 Millionen US-Dollar, die mit Schweizer Raffinerielogos versehen, aber nicht von diesen Einrichtungen hergestellt wurden.

Die Kilobaren sind klein und ungefähr so groß und so dick wie ein Mobiltelefon. Im Gegensatz dazu werden die aus Filmen bekannten und rund 12,5 Kilo schweren Goldbarren normalerweise in den Tresoren der Zentralbanken aufbewahrt. Die Kilobarren sind die weltweit am häufigsten im Umlauf befindliche Form von Gold, die zwischen Banken, Raffinerien, Händlern und Privatpersonen ausgetauscht werden. Die auf der Oberfläche eines Riegels angebrachten Erkennungsmerkmale umfassen das Logo der Raffinerie, deren Reinheit, Gewicht und eine eindeutige Identifikationsnummer. Jeder dieser Kilobarren zu aktuellen Preisen rund 50.000 US-Dollar wert.

Diese gefälschten Goldbarren enthielten reines Gold und lediglich das Logo und die Barrennummer namhafter großer Raffinerien wurden gefälscht und echte Goldbarren damit versehen. Die „echten“ Fälschungen sind sehr gut und daher schwer zu entdecken. Mit Gold überzogene billige Metallblöcke sind mit heutigen Techniken hingegen sehr einfach zu enttarnen und bestehen die Eingangsprüfung bei keinem namhaften Händler. Man mutmaßt, dass die praktisch perfekten Barren aus Asien stammen sollen, wofür es jedoch keine wirklichen Indizien gibt.

Da es sich um echtes Gold handelt, entstanden keine Schäden für Kunden oder Banken. Die bekannten Barrenproduzenten sind natürlich daran interessiert die Raubkopierer zu fassen. Schwarzgeld kann man mit solchen gefälschten Barren, wie vor einigen Wochen bereits erklärt, jedenfalls nicht waschen. Mit dem anonymen Kauf von Gold ist Geldwäsche grundsätzlich nicht möglich, weshalb die Herabsetzung der Grenze für anonyme Käufe nach der kommenden Änderung im Geldwäschegesetz auch völliger Unsinn ist. Vielmehr handelt es sich um ein Scheinargument, um die wahren Absichten hinter den Gesetzesänderungen, wie Kapitalverkehrskontrollen oder die geplante Abschaffung von Bargeld, zu verschleiern.

TECHNISCHE ANALYSE ZU Palladium

TERMINMARKT ZEIGT IMMER NOCH RELATIVE STÄRKE

Positionierung der spekulativen Anleger (Commitments of Traders)

Zur Vorwoche zeigt sich der Terminmarkt neutral und zu Anfang August mit deutlicher relativer Stärke. Dies zeigt, dass das Defizit am physischen Markt, trotz der aufziehenden Rezession, immer noch vorhanden ist. Dies wiederum bedeutet, dass der Palladiumpreis grundsätzlich neue Hochs erklimmen könnte.

Die Notenbanken und Regierungen versuchen den Konjunkturzyklus zu verlängern bzw. den Beginn der wirtschaftlichen Kontraktion zu verschleiern. Deshalb könnte das Defizit am Palladiummarkt noch einige Zeit Bestand haben und es dürfte sich weiterhin relative Stärke zeigen.

Die Terminmarktdaten sind einerseits im neutralen Bereich, doch andererseits zeigt sich relative Stärke
Die einfache Darstellung zeigt, dass sich die Position der Spekulanten im gelben bis grünen Bereich befindet

Weitere CoT-Charts zu insgesamt 37 Futures finden Sie wöchentlich aktualisiert auf http://www.blaschzokresearch.de/research/cot-daten/



Palladium in USD: Auf dem Weg zu einem neuen Allzeithoch

Der Palladiumpreis reagierte in den vergangenen Wochen meist diametral gegensätzlich zum Gold- und Silberpreis. Bei schlechten Wirtschaftsdaten oder neuen Hiobsbotschaften vom Handelskrieg der USA mit China, welche die Weltwirtschaft belasten und die Angst vor einer Rezession schüren, reagierten Platin und Palladium mit Preisrückgängen. Gold und Silber konnten von diesen Meldungen hingegen profitieren, da eine Rezession die US-Notenbank zu neuen gelpolitischen Lockerungen zwingen würde, wodurch die monetären Edelmetalle Gold und Silber im Preis steigen werden.


Deshalb konsolidierte der Palladiumpreis in den letzten Wochen, in denen der Goldpreis wie eine Rakete nach oben schoss. Erst nachdem China vergangene Woche verkündete, dass man wieder mit den USA am Verhandlungstisch sitzt, konnte der Palladiumpreis wieder profitieren, was wiederum schlecht für Gold und Silber war.


Palladium gelang der Ausbruch aus einem kurzfristigen Abwärtstrend bei guten CoT-Daten und so folgte daraufhin sofort ein Anstieg um 70$ (+4,7%) am Freitag. Es ist nun möglich, dass sich Palladium dem Trend der anderen Edelmetalle widersetzen und eine potenzielle Korrektur am Edelmetallmarkt nicht mitmachen wird. Sollten die Verhandlungen zwischen China und den USA produktiv sein, so dürfte Palladium davon stark profitieren und so schnell ein neues Allzeithoch in Euro sowie US-Dollar erreichen können. Solange der Palladiumpreis den kurzfristigen Aufwärtstrend seit Mai nicht nach unten verlässt, ist dieser Markt long. Ein Ausbruch über den Widerstand an den Allzeithochs würde ein neues Kaufsignal auslösen. Fällt der Aufwärtstrend, so sollte man kurzzeitig glattstellen. Ein Short-Trade hat keine gute Chance auf Erfolg bei zu hohem Risiko, weshalb man davon im aktuellen Umfeld grundsätzlich absehen sollte.

Palladium erzeugte am Freitag ein neues kurzfristiges Kaufsignal

Palladium in Euro: Bullischer Wimpel vor dem Ausbruch nach oben

Der Langfristchart für Palladium seit 2007 zeigt den beeindruckenden Aufstieg des seltenen Edelmetalls. In der Wirtschaftskrise 2008 konnte man die Feinunze Palladium für 120€ erwerben und heute notiert der Preis 11-mal höher. Die lange Konsolidierungsphase von 2011 bis 2016 war von deutlicher relativer Stärke geprägt, was schon damals das Defizit in diesem Markt offenbarte, weshalb wir bei 450€ in 2016 zum Kauf rieten Palladium, da das Chance/Risiko-Verhältnis (CRV) sehr gut war. (Unsere damaligen Kaufempfehlung finden Sie auch in den Webinaren der damaligen Zeit auf Youtube.)

Mittlerweile notiert Palladium bei fast 1.400 Euro je Feinunze. Auf diesem Niveau hat sich nun eine bullische Flagge ausgebildet. Diese Formation könnte sich in Bälde bullisch auflösen. Betrachtet man die vorherige Fahnenstange, mit der sich ein spekulatives Kursziel errechnen lässt, so wird klar, dass ein weiterer Anstieg um mehrere hundert Euro durchaus möglich ist. Daher sollte man auf ein prozyklisches Kaufsignal über dem Widerstand bei 1.400 Euro reagieren und diese Chance nicht vorbeiziehen lassen.

Schlechte Wirtschaftsdaten bzw. neue Hiobsbotschaften aus dem Handelskrieg könnten dies jedoch noch verhindern. Auch mittelfristig, auf Sicht der nächsten 1-2 Jahre, könnte eine Rezession den Palladiumpreis zusätzlich unter Druck bringen. Doch kurzfristig sieht es gut aus und wenn Palladium aus der Wimpel-Formation nach oben ausbricht, so sind weitere schnelle Preisanstiege zu erwarten. Einen Stop Loss sollte man daher bei 1.240€ platzieren.

Der Palladiumpreis stieg in den letzten 11 Jahren um das 11-fache an

Hier sieht man die Formation noch einmal in einem Tageschart. Sobald der Palladiumpreis über 1.400€ ausbrechen kann, erzeugt dies ein prozyklisches Kaufsignal. Da der Terminmarkt relativ bereinigt ist, dürfte es genügend Spekulanten geben, die diesem Kaufsignal folgen und kaufen werden. Da die Angebots/Nachfrage-Situation ohnehin angespannt ist und ein Defizit am Markt herrscht, können zusätzliche spekulative Käufe zu einem schnellen Preisanstieg führen. Sollten die anderen Edelmetalle in die Korrektur übergehen, so sehen wir Palladium im schlechtesten Fall in einer Seitwärtsphase zwischen 1.150€ auf der Unterseite und 1.400€ auf der Oberseite noch eine Weile gefangen.

Palladium in Euro steht kurz davor ein neues Allzeithoch zu erreichen