Technische Analyse zu Gold: Weiterhin starke Nachfrage am Allzeithoch bei 2.000 US-Dollar

Terminmarkt: Extreme relative Stärke zur Vorwoche

Seit der Ankündigung von QE-Infinity der US-Notenbank zeigt sich Woche für Woche erneut relative Stärke oder im schlechtesten Fall ein neutrales ausgeglichenes Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage. Der Anstieg des Goldpreises um 107 US-Dollar bis zum Stichtag der CoT-Daten zum Handelsschluss am Dienstag ging mit einem Rückgang der spekulativen Position von 25 Tsd. Kontrakten einher. Das ist gut und zeigt enorme physische Nachfrage. Der Rückgang der Long-Positionen am Terminmarkt ist auf den Einbruch des Gold- und Silberpreises am Dienstag zurückzuführen. Der Silberpreis war von seinem vorläufigen Verlaufshoch bei 26,25 US-Dollar innerhalb des Tagesverlaufs um 14% eingebrochen, wobei die Stop-Loss-Orders vieler Spekulanten am Terminmarkt gerissen wurden und es zu einem Long-Drop kam. Der Kursrutsch beim Gold betrug mit 70 US-Dollar hingegen nur 3,6%. Dieser Einbruch erklärt den Positionsabbau.

Die unterliegende Nachfrage nach physischer Ware in Form von Barren für ETF-Produkte ist extrem stark. Um mit einem guten CRV am psychologischen Widerstand bei 2.000 US-Dollar shorten zu können, müssten wir Schwäche, doch mindestens Neutralität sehen, was wir zuletzt vor dem Shutdown beobachten konnten. Ein spekulativer Short-Trade ist aktuell bei dieser relativen Stärke höchst riskant und verbietet sich grundsätzlich bei solchen Daten. Im Gegenteil spricht diese relative Stärke für eine Fortsetzung der Rallye, wenn der Widerstand bei 2.000 US-Dollar genommen werden kann.

Womöglich hält man aktuell am physischen Markt entgegen und der Preiseinbruch am Dienstag war politisch motiviert, um das bullische Sentiment anzuschlagen. Auf der anderen Seite konnten wir keine Positionserhöhung bei den großen vier Händlern beobachten, was eher für einen natürlichen Long-Drop und gegen eine Manipulation auf diesem Preisniveau spricht.

Die Rallye wird durch starke physische Nachfrage und nicht vom Terminmarkt getrieben
Eine Manipulation des Preises über den Terminmarkt ist nicht zu sehen

Gold in US-Dollar im charttechnisch leeren Raum

Der Goldpreis konnte im Umfeld eines schwachen US-Dollars über sein Allzeithoch ansteigen und den psychologischen Widerstand bei 2.000 US-Dollar anlaufen. Der USD-Index fiel mit 93 Punkten auf den tiefsten Stand seit zwei Jahren. Die globalen Interventionen der Zentralbanken und Regierungen auf die Shutdowns führten zu einem Rekordzufluss von 734 Tonnen in goldbesicherte ETF-Produkte im ersten Halbjahr. Diese Zuflüsse waren der primäre Grund für den starken Anstieg des Goldpreises um bisher 30% seit Jahresbeginn.

Seit dem Ausbruch über den Widerstand bei 1.800$ ist Gold long. Dieses Signal bleibt grundsätzlich bestehen, solange der steile langfristige Aufwärtstrendkanal intakt bleibt.

Der Goldpreis befindet sich in einem steilen Aufwärtstrend

Im kurzfristigen Chart ist der rasche Preisanstieg binnen zweier Wochen vom Widerstand bei 1.800 US-Dollar bis zum Widerstand bei 2.000 US-Dollar eindrucksvoll zu sehen. Ein noch kürzerer Aufwärtstrendkanal wurde hier in dieser Woche gebrochen, was der Beginn einer kurzfristigen Korrektur sein könnte. Aktuell hat sich eine Dreiecksformation herausgebildet, die eine Fortsetzungsformation darstellen könnte, wenn der Goldpreis in der kommenden Handelswoche über das Hoch bei 1.980 US-Dollar ausbrechen kann. In diesem Fall ist Gold weiter Long mit einem neuen kurzfristigen Stop Loss bei 1.980 US-Dollar.

Auf der anderen Seite wäre es möglich, dass es gerade an diesem Widerstand der runden Marke von 2.000 US-Dollar zu Gewinnmitnahmen bei den Bullen kommt und eine Korrektur einsetzt, die womöglich durch eine Preisdrückung gestützt wird. Fällt der Goldpreis in der kommenden Woche also aus dem vermeintlichen Dreieck nach unten raus, dann hätte sich ein mehrfaches kurzfristiges Top ausgebildet und eine Preiskorrektur wäre die Folge. Die nächsten Unterstützungen lägen dann bei 1.910 US-Dollar und bei 1.820 US-Dollar. Da die fundamentale Nachfrage so hoch ist und es ein kurzfristiges Defizit am Markt gibt, haben beide Szenarien eine in etwa gleich hohe Wahrscheinlichkeit zum aktuellen Zeitpunkt.

Der Ausbruch aus dem Dreieck bringt kurzfristig die Entscheidung

In Euro befindet sich der Goldpreis ebenfalls im charttechnisch freien Raum, wobei die aktuelle Unterstützung bei 1.600 Euro je Feinunze liegt. Erst bei dem Unterschreiten dieser Marke gäbe es kurzfristig ein Signal, um Teilgewinne mitzunehmen. Aufgrund des Shutdowns der Volkswirtschaften, der fiskalischen sowie geldpolitischen Eingriffe, wird sich der Goldbullenmarkt in den kommenden Jahren weiter fortsetzen. Da die physische Investmentnachfrage weiterhin hoch bleiben dürfte, ist nicht auszuschließen, dass der Preis schnell weiter ansteigen wird in den kommenden zwölf Monaten. Sollte es noch einmal zu einem politisch motivierten Shutdown der Volkswirtschaften im Herbst kommen, so ist ein nochmaliger kurzer und starker Preisrücksetzer möglich, den man als ultimative Kaufchance sehen und nutzen sollte. Kurzfristig ist Gold weiterhin long bis die Unterstützung bei 1.600€ fällt.

Der Goldpreis in Euro stieg in den letzten zwei Jahren um 65% an

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